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Wechselschaltung und Kreuzschaltung einfach erklärt: eine Lampe, zwei oder mehr Schalter

· 5 Min. Lesezeit

Wie sich das Treppenhauslicht unten und oben schalten lässt: was im Wechselschalter steckt, wie die korrespondierenden Leiter arbeiten, wo der Kreuzschalter hingehört und welche Fehler dazu führen, dass es nur manchmal funktioniert.

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Eine Lampe im Treppenhaus, ein Schalter unten, einer oben, und jeder von beiden schaltet das Licht ein oder aus, egal wie der andere steht. Es wirkt wie ein kleines Rätsel und ist eine der ersten Schaltungen, die jeder Azubi verdrahtet. Wer einmal gesehen hat, was im Schalter steckt, findet sie einfach.

Erst die Begriffe

  • Wechselschaltung: eine Lampe von zwei Stellen, mit zwei Wechselschaltern.
  • Kreuzschaltung: von drei oder mehr Stellen, mit einem oder mehreren Kreuzschaltern zwischen den beiden Wechselschaltern.
  • Korrespondierende Leiter: die beiden Adern, die zwischen den Schaltern laufen.
  • Schaltdraht: der geschaltete Außenleiter vom letzten Schalter zur Lampe.

Wer englische Schaltpläne liest: Dort heißt der Wechselschalter two-way switch (in Nordamerika 3-way), der Kreuzschalter intermediate switch (4-way).

Was im Wechselschalter steckt

Ein Ausschalter hat zwei Klemmen und einen Kontakt, der offen oder geschlossen ist. Ein Wechselschalter hat drei Klemmen und einen Umschaltkontakt:

  • Die Wurzel (COM, oft mit L, P oder einer andersfarbigen Schraube gekennzeichnet) ist immer mit etwas verbunden.
  • Die beiden Ausgänge (L1 und L2, oft 1 und 2 oder Pfeile). Die Wurzel ist mit dem einen oder dem anderen verbunden; jeder Tastendruck schaltet um.

Eine Stellung „aus“ gibt es nicht. Der Schalter wählt nur, auf welchen korrespondierenden Leiter die Wurzel geschaltet ist.

Wie zwei Wechselschalter eine Lampe steuern

So wird verdrahtet:

  1. Der Außenleiter vom LS-Schalter des Stromkreises geht auf die Wurzel des ersten Schalters.
  2. L1 des ersten Schalters geht auf L1 des zweiten, L2 auf L2. Das sind die korrespondierenden Leiter.
  3. Die Wurzel des zweiten Schalters geht zur Lampe. Das ist der Schaltdraht.
  4. Die andere Klemme der Lampe kommt an den Neutralleiter, ihre PE-Klemme (bei einer Leuchte der Schutzklasse I) an den Schutzleiter.

Jetzt dem Strom folgen: Die Lampe leuchtet nur, wenn beide Wurzeln auf denselben korrespondierenden Leiter zeigen, beide auf L1 oder beide auf L2. Zeigen sie auf verschiedene, ist der Weg offen.

Schalter 1 Schalter 2 Lampe
L1 L1 an
L1 L2 aus
L2 L1 aus
L2 L2 an

Ein Druck auf einen der beiden Schalter ändert, welchen Leiter seine Wurzel nutzt, und damit immer das Ergebnis. Das ist der ganze Trick.

Beide Wechsler auf L1

Beide Wechsler auf L1: Der Weg über die korrespondierenden Leiter ist geschlossen, die Lampe leuchtet. Ein Klick auf einen der Schalter, und sie geht aus.

Eine dritte Stelle: der Kreuzschalter

Für einen langen Flur oder ein Treppenhaus über drei Etagen kommt ein Kreuzschalter in die korrespondierenden Leiter, zwischen die beiden Wechselschalter. Er hat vier Klemmen: zwei Eingänge, zwei Ausgänge.

  • In der einen Stellung führt er die Leiter gerade durch: Eingang 1 auf Ausgang 1, Eingang 2 auf Ausgang 2.
  • In der anderen kreuzt er sie: Eingang 1 auf Ausgang 2, Eingang 2 auf Ausgang 1.

Das Kreuzen vertauscht, welcher korrespondierende Leiter Spannung führt, also ändert jeder Druck auf den Kreuzschalter das Licht, egal was die anderen tun. Es lassen sich beliebig viele Kreuzschalter hintereinander einfügen. Die Schaltung beginnt und endet immer mit einem Wechselschalter.

Der typische Fehler ist, die Klemmenpaare zu verwechseln: Ein korrespondierender Leiter des ersten Schalters landet auf einem Eingang, der andere auf einem Ausgang. Dann funktioniert das Licht nur in manchen Kombinationen. Die Hersteller kennzeichnen die Paare unterschiedlich (Pfeile, 1 und 2 auf jeder Seite, ein Bild auf der Rückseite), also vor dem Anklemmen hinschauen.

Ab etwa vier Schaltstellen nimmt man meist Taster und einen Stromstoßschalter (jeder Tastendruck schaltet um) oder einen Treppenlichtautomaten, der das Licht nach einer eingestellten Zeit selbst ausschaltet.

Ein Kreuzschalter zwischen zwei Wechselschaltern

Ein Kreuzschalter zwischen zwei Wechselschaltern. S2 kreuzt die korrespondierenden Leiter, deshalb leuchtet die Lampe auch mit S1 auf L1 und S3 auf L2.

Aderfarben

Die korrespondierenden Leiter führen Außenleiterspannung und brauchen deshalb Außenleiterfarben. Nach DIN EN 60445:

  • Außenleiter: braun, schwarz oder grau;
  • Neutralleiter: blau;
  • Schutzleiter: grün-gelb, und für nichts anderes.

Ein korrespondierender Leiter in Blau oder Grün-Gelb ist eine echte Gefahr: Wer die Dose als Nächstes öffnet, hält ihn für einen Neutral- oder Schutzleiter. In der Praxis wird zwischen den Schaltern oft eine Leitung wie NYM-J 5×1,5 verlegt, sodass braun, schwarz und grau für Außenleiter, Schaltdraht und korrespondierende Leiter zur Verfügung stehen.

Die Fehler, bei denen es „nur manchmal geht“

Genau diese Fehler prüft auch der Ausbilder:

  • Ein korrespondierender Leiter mit der Wurzel vertauscht. Das Licht funktioniert nur in einigen Schalterstellungen. Der Klassiker.
  • Der Schalter im Neutralleiter statt im Außenleiter. Die Lampe geht aus, die Fassung bleibt aber unter Spannung. Wer bei „ausgeschaltetem“ Licht das Leuchtmittel wechselt, kann einen Schlag bekommen. Geschaltet wird immer der Außenleiter.
  • Ein Neutralleiter auf einer Klemme der korrespondierenden Leiter. In manchen Stellungen verbindet der Schalter dann Außen- und Neutralleiter direkt: ein Kurzschluss, der LS-Schalter löst aus.
  • Blau oder Grün-Gelb als korrespondierender Leiter. Funktioniert vielleicht, ist aber falsch und gefährlich für den Nächsten.

Ein Wort zu echten Anlagen

In Deutschland gehören Arbeiten an der Elektroinstallation in die Hände einer Elektrofachkraft, und vor jeder Arbeit stehen die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken. Wer dafür nicht ausgebildet ist, beauftragt einen Fachbetrieb. Die Schaltung zu lernen ist etwas anderes, und das geht ganz ohne Risiko.

Selbst verdrahten

In WireWhy platzierst du eine Einspeisung, einen LS-Schalter, zwei Wechselschalter, einen Kreuzschalter und eine Lampe, verdrahtest sie und klickst die Schalter: Die Lampe reagiert, und auf jeder Leitung steht der Strom. Dann vertausche einen korrespondierenden Leiter mit der Wurzel und sieh nach, welche Kombinationen nicht mehr gehen, oder lege den Schalter in den Neutralleiter und lies, was WireWhy findet.

Öffne WireWhy auf wirewhy.com/de und verdrahte deine erste Wechselschaltung. Zum Schutz desselben Verteilers passt der Artikel Warum fliegt der FI raus?